Vierhornschaf mit Nachwuchs

Das Vierhornschaf

Die englischen Jakob-Schafe, auch Vierhornschafe genannt, gehören einer alten und seltenen Rasse an.

Vierhornschafe haben ungewöhnliche Eigenschaften: 

Sie können zwei, vier oder sogar sechs Hörner tragen. Das sieht manchmal ganz schön komisch aus. 

Auch sind sie nicht einfarbig weiß oder braun, sondern bunt gefleckt, von Weiß über Grau, Beige und Braun bis hin zu tiefem Schwarz. 

Das Gehege der Gackenbacher Vierhornschafe liegt direkt am Wildpark-Kiosk.

 




Von Jakob-Schafen und frommen Lämmern

Junges Vierhornschaf im Wildpark Westerwald

Der Überlieferung nach züchtete und hütete der biblische Jakob gefleckte Schafe - so entstand der Name Jakobschaf, wie Vierhornschafe auch genannt werden. Die anpassungsfähigen Tiere zählen zu den ältesten Haustierrassen der Welt.

Schafe waren für den Menschen so wichtig, dass sie in Kunst und Kultur häufig auftauchen - so auch in Stadtwappen und in alten Redensarten. Beispielsweise hütet der Pastor als Hirte seine "Schäfchen", die (hoffentlich) "lammfromme" Gemeinde, unter der sich möglicherweise ein "schwarzes Schaf" befindet. Und wer bringt nicht gerne rechtzeitig "seine Schäfchen ins Trockene", wenn er die Gelegenheit dazu hat? 

Jemanden ein dummes Schaf zu nennen, ist eigentlich eine Beleidigung für das Schaf - die klugen Tiere können sich mehr als 50 Gesichter ihrer Mit-Schafe merken, und das über zwei Jahre lang; das ist wissenschaftlich erwiesen!

Unbestritten ist dagegen die Furchtsamkeit der Schafe: Laute oder unbekannte Geräusche können die ganze Herde unruhig machen oder sogar in die Flucht treiben. Was dem Hirtenhund zugute kommt: Mit seinem Gebell hält er Dutzende von Schafen in Schach.  

Ein wissenschaftliches Phänomen ist die "Schafskälte", die in Deutschland fast jedes Jahr zwischen dem 4. und 20. Juni auftritt - also genau zur traditionellen Zeit der Schaf-Schur. Die frisch geschorenen Schafe frieren ohne ihre Wolle, daher der Begriff. Die Schafskälte entsteht, weil das Meer um diese Zeit noch relativ kalt ist, das Land aber bereits von der Sonne stark erwärmt wurde. Dadurch bildet sich ein Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa, das einen Temperaturrückgang um bis zu 10 Grad Celsius mit sich bringt.

Jakob-Schafe stammen wahrscheinlich aus Kleinasien und sind heute vor allem in Großbritannien zuhause. Sie haben meist 4 Hörner - daher der Name Vierhornschafe. Besonders bei dieser Schafrasse ist, dass sowohl die Männchen (Böcke) Hörner haben als auch die Weibchen (Zibbe). Ihre Hörner setzen sie ausschließlich zur Verteidigung oder während der Paarungszeit ein. 

Schafe sind ausschließliche Pflanzenfresser; neben Gras stehen Blätter und Baumrinde auf dem Speisezettel. Uns Menschen liefern sie Wolle, Wollfett, Fleisch und Schafsmilch, aus der Joghurt, Kefir und Schafkäse entsteht. Mit Schafsdarm werden Tennisschläger bespannt und Würste "verpackt".

Ein Schaf wird durchschnittlich 15 Jahre alt, manchmal sogar 20 Jahre. Mit Lucky starb im November 2009 das weltweit bisher älteste bekannte Schaf: Er war stolze 23 Jahre, sechs Monate und 28 Tage alt!

Übrigens wird dem aufmerksamen Parkbesucher eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Vierhornschafen und den Mufflons nicht entgehen: Mufflons werden auch Wildschafe genannt und sind die Vorfahren der Hausschafe!


Vierhornschafe, auch bekannt als Jakob-Schafe

Gackenbacher Vierhorn-Schafbock
Nachwuchs bei den Jakobsschafen im Wildpark
Mama Vierhornschaf mit Lamm im Wildpark
Familie Jakobsschaf am Wildpark-Kiosk
Jakobsschaf im Wildpark Westerwald

_______________________________________________________________________________________________________________

Unsere anderen Wildparktiere (alphabetisch sortiert):
Alpakas, Bergziegen, Bienen, Braunbären, Damwild, Esel, Goldfasane, Hühner, Iltisse, Kaninchen, Muffelwild, Pommerngänse, Rotwild, Schnee-Eule, Sikawild, Tauben, Wildschweine, Wisente

_______________________________________________________________________________________________________________