Bergziegen-Nachwuchs im Wild- und Freizeitpark Westerwald

Streicheln erwünscht

Unsere Bergziegen unterschiedlicher Färbung sind eine lebhafte Rasselbande. Oft kommen Sie als Zwillinge zur Welt. Schon bald nach der Geburt wird geschubst, gehüpft und gesprungen. 

Junge Ziegen springen gerne auf den Rücken ihrer Mütter, und manchmal sogar auf den Rücken unserer geduldigen Esel.

Diese Spring-Marotte ist besonders beim Füttern zu beobachten. Ziegen sind kluge Tiere und wissen genau, was gut schmeckt - so müssen unsere Tierpfleger ständig darauf achten, dass sie nicht aus dem Gatter ausbrechen und irgendwo in "Nachbars Garten" die aromatischen Kräuter fressen oder junge Bäume und Sträucher anknabbern. Oder gar die Bäume "schälen" - sie sind ganz schön fix beim Entrinden von Ästen! 




Bergziegen-Bildergalerie

Die Gackenbacher Bergziegen im Stall
Gackenbacher Jungziege übt das Springen
Freche Ziegen auf den Wildpark-Eseln
Junge Gackenbacher Bergziege
Bergziegenbock im Wildpark Westerwald
Gackenbacher Bergziegen beobachten die Rodler

Wissenswertes über Ziegen

Ziegen waren neben Hunden und Schafen vermutlich die ersten "Haustiere". Die Hausziegen (Capra aegagrus hircus), wie unsere Bergziegen eigentlich heißen, stammen von den Wildziegen, genauer von der Bezoarziege ab. Sie zählen zur Gattung der Ziegen in der Familie der Hornträger. Weibliche Ziegen nennt man auch Geiß, Zicke oder Hippe; männliche Tiere werden Bock genannt.

Wie groß die Bedeutung von Ziegen war, zeigt sich daran, in wie vielen gebräuchlichen Redewendungen sie vorkommen. Da wird beispielsweise "der Bock zum Gärtner gemacht", und besonders "bockige" Mädchen nennt man "Zicke". Im Mittelalter erfand man den "Sündenbock": Eine männliche Ziege wurde zu anderen Nutztieren in den Stall gestellt, weil man glaubte, dass diese dann Krankheiten im Stall auf sich zieht. Dabei hatte und hat die "Beistellziege" ursprünglich eine ganz andere Funktion: Stellt man sie zu Pferden, die einzeln gehalten werden, verhindert diese Mini-Herden-Gemeinschaft Aggressionen oder gar Depressionen.

Die ersten zahmen Ziegen gab es vermutlich schon vor dem 11. Jahrtausend v. Chr. im vorderen Orient. Durch die Haustierhaltung veränderte sich allmählich das Aussehen der Tiere - sie wurden kleiner, und auch ihre Hörner schrumpften. Wildziegen haben bis zu 1,3 m lange Hörner, einen stämmigen Körperbau, kräftige Glieder und breite Hufen. Sie werden bis zu 95 kg schwer und bis zu 160 cm lang (ohne den bis zu 20 cm langen Schwanz). Da sind unsere heutigen Hausziegen doch deutlich zierlicher - wer mag, schaut sich das mal auf der Streichelwiese an! Übrigens haben sowohl Zicken als auch Böcke Hörner - nur sind die der Männchen größer.

Ursprünglich war die Wildziege im westlichen Asien zuhause (Türkei, Kaukasus, Afghanistan und Pakistan). Von dort verbreitete sie sich über Arabien und Griechenland in die ganze Welt. Ziegen sind wahre Überlebenskünstler: Sie bevölkern Gebirge bis zu 4,2 km ü. NN, sind aber auch in Wüsten und Wäldern zuhause. Trotzdem sind Wildziegen heute vom Aussterben bedroht - ihnen geht einfach der Lebensraum aus.

Sobald es morgens dämmert, werden Ziegen aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Nur wenn es sehr heiß ist, halten sie tagsüber Siesta und fressen nachts. Ziegen leben immer in Herden, die durchschnittlich 5 bis 25 Tiere groß sind. Sie sind reine Pflanzenfresser - Gräser, Kräuter, Blätter, junge Baumtriebe und Rinde stehen auf ihrem Speisenplan. 

Im Herbst ist Brunftzeit bei den Ziegen; jetzt kämpfen die Männchen um ihren Platz in der Herden-Rangordnung. Die Schwangerschaft bei den Weibchen dauert ca. 150 bis 170 Tage, und im Frühjahr kommen pro Weibchen ein bis zwei Zicklein zur Welt. Ziegenjunge wiegen bei der Geburt ca. 2 kg und lernen innerhalb von nur einem Tag das Laufen.

Ziegen sind die "Kuh des kleinen Mannes". Die genügsamen Tiere liefern Fleisch, Fell, Leder, Milch und je nach Art sogar Wolle; früher nutzte man sie sogar als Zugtiere vor Kutschen und Pflügen oder als Lasttiere. Wenn man Ziegen frei grasen lässt, können sie allerdings - da sie fast alle Pflanzen abfressen - ganze Landschaften zerstören. Oder eben Nachbars Garten verwüsten. 

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Unsere anderen Wildparktiere (alphabetisch sortiert):
Alpakas, Bienen, Braunbären, Damwild, Esel, Goldfasane, Hühner, Iltisse, Kaninchen, Muffelwild, Pommerngänse, Rotwild, Schnee-Eule, Sikawild, Tauben, Vierhornschafe, Waschbären, Wildschweine, Wisente

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