Tag der Einweihung des Wildpark Westerwald 1968

Die Geschichte des Wild- und Freizeitpark Westerwald

Am Himmelfahrtstag, dem 23. Mai 1968, wurde der Hochwildschutzpark Westerwald eröffnet - auf einem 80 Hektar großen Wald- und Wiesengelände der Gemarkung Gackenbach, unweit der südlichen Grenze des Westerwaldkreises.  

Die Initiative zur Gründung eines Wildparkes als Touristen-Attraktion, um Bewohner der umliegenden Großstädte in den Westerwald zu locken, geht auf Landrat Dr. Georg Klinkhammer zurück. Auf sein Betreiben hin wurde die Westerwald-Touristik-Gesellschaft gegründet, parallel zum Fremdenverkehrsverein des Kreises, der nicht gewerblich tätig sein durfte, um Einrichtungen des Fremdenverkehrs zu fördern und zu betreiben. Erstes Projekt dieser Gesellschaft war der neue Hochwildschutzpark.




Die Westerwald-Touristik-Gesellschaft schloss ihrerseits einen Vertrag ab mit der Firma Schulte-Wrede aus Rinsecke im Sauerland, die bereits fünf weitere Hochwildschutzparke im Bundesgebiet unterhielt, und die auch diesen Park aufbauen sollte.

Der Park sollte zwischen 100.000 und 200.000 Besucher jährlich anziehen. Einige hundert Tiere, heimische wie auch vormals heimische Tierarten, wurden nun angesiedelt. Das Wild stammte zum Teil aus dem Bestand anderer Tierparks in Deutschland, und zum Teil aus Wildfängen im Ausland.

Ein Teil dieser Tiere war schon vor Ort, bevor ihre Gehege fertiggestellt waren, und wurden in provisorischen Gattern untergebracht. Dabei kam es zu einem kleinen Zwischenfall: Ein Rudel hochwertiges ungarisches Rotwild brach aus dem Gatter aus; 11 tragende Weibchen und 4 Hirsche verschwanden auf Nimmerwiedersehen im Westerwald. Der Investor aus dem Sauerland musste einen Schaden von DM 31.000,00 verschmerzen.

Landrat Dr. Klinkhammer als passionierter Waldmann sah die Sache mit Humor und meinte, das heimische Rotwild könne die Blutauffrischung gut vertragen ...

Bei der Eröffnungszeremonie waren neben dem Landrat, Bürgermeister Weidenfeller und Parkbetreiber Schulte-Wrede auch Landwirtschaftsminister Meyer und Regierungspräsident Dr. Leibmann sowie Vertreter des Landtags und der Landwirtschaftskammer vor Ort. An dieser hochkarätigen Besetzung lässt sich erkennen, welche Bedeutung dem Projekt beigemessen wurde.

Der Eröffnungstag übertraf alle Erwartungen. Allein die Zahl der parkenden Autos wurde von der Polizei auf 3.000 bis 4.000 geschätzt; viele tausend Besucher strömten in den Park. In Kooperation mit der Firma HARIBO gab es ein Schüler-Preisausschreiben. Als Hauptpreise waren 10 Hubschrauber-Flüge über den Westerwald zu gewinnen.


Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an Ortsbürgermeister Hans Ulrich Weidenfeller, der in seinem Archiv gestöbert und eine Reihe von alten Fotos sowie Zeitungsausschnitten zur Verfügung gestellt hat!



Der Haribo-Hubschrauber von 1968
Der HARIBO-Hubschrauber von 1968
Das HARIBO-Preisausschreiben
Das HARIBO-Preisausschreiben
Artikel aus der Westerwälder Zeitung vom Mai 1968
Artikel aus der Westerwälder Zeitung vom Mai 1968
Landrat Dr. Klinkhammer übergibt den Schlüssel an Herrn Schulte-Wrede
Landrat Dr. Klinkhammer übergibt den Schlüssel an Herrn Schulte-Wrede