Iltisse im Wildpark Westerwald

"Frech wie Frettchen"

Unsere Iltisse, auch bekannt als Frettchen, sind lustige Gesellen. Die beiden Stammbewohner unseres Iltis-Häuschens heißen Marie und Maxi. Fast jedes Jahr werden die Beiden stolze Eltern von 4-5 lebhaften Jungen, die wir nach etwa 3 Monaten, wenn sie ausgewachsen sind, in gute Hände abgeben - sonst wäre das Iltis-Häuschen schnell überbevölkert.

Iltisse halten selten still, und es macht Spaß, ihnen dabei zu zu sehen, wie sie in ihrem Zuhause herumwuseln, übereinander purzeln und mit hohlen Ästen spielen.

Frettchen sind kluge Tiere und waren früher bei Jägern sehr beliebt - es wurde ihnen beispielsweise beigebracht, in Kaninchenbauten einzudringen und die Tiere nach Draußen zu treiben. Diese Jagdform gibt es auch heute noch - aber nur mit entsprechendem Jagdschein. 

Marie wurde übrigens zu uns gebracht, nachdem sie einen Hühnerstall ausgeräubert hatte. Von daher wird das Iltis-Häuschen auch immer sorgfältig abgeschlossen...




Unser Tier des Monats: Das Frettchen

Iltis im Wildpark Westerwald

Die Wildpark-Frettchen zählen zur Familie der Europäischen Iltisse oder Waldiltisse, lat. Mustela putorius, und zur Gattung der Marder. Zu ihrer Verwandtschaft gehören Wiesel und Nerze.

Im Volksmund nennt man die possierlichen Tierchen auch Ratz oder Stänker. Stänker kommt von Stinken, und der Name hat einen Grund: Iltisse haben an ihrem Hintern eine sogenannte Anal-Drüse, mit deren Hilfe sie ein übel stinkendes Sekret versprühen können - ähnlich (aber nicht ganz so schlimm) wie das amerikanische Stinktier. Sie nutzen diesen Gestank, um ihr Revier zu markieren und um sich gegen Feinde zu wehren.

Eigentlich wohnen Iltisse am Waldrand, auf Feldern und Wiesen. Aber je mehr sich menschliche Siedlungen ausbreiten, desto mehr machen die Iltisse es sich auch in Scheunen und Ställen gemütlich bzw. gehen dort auf Jagd - wie seinerzeit unsere Marie.

Mit Frettchen bezeichnet man gezähmte Iltisse, die an Menschen gewöhnt sind. Gezähmt werden sie in erster Linie für die Jagd auf Kaninchen, Ratten, Mäuse & Co. - und das schon seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. Griechische Dichter wie Aristophanes und Aristoteles berichteten von der Frettchenjagd. Plinius beschrieb, wie die alten Römer mit Hilfe von Frettchen einer regelrechten Kaninchenplage Herr wurden. Heute ist die Frettchenjagd selten geworden und stark reglementiert.

Wie alle Tiere mögen Frettchen auch Beute, die nicht unbedingt für sie bestimmt ist. Wie Vögel z. B. - oder Honig. So haben Frettchen im Hühnerstall nun mal nichts zu suchen, auch nicht im Vorratskeller. In der Wohnung können sie nur bedingt gehalten werden - sie haben einen starken Eigengeruch und sind anspruchsvolle Haustiere in puncto Platz, Zeit und Ernährung. Ihrer Gesundheit zuliebe sollte man sie kastrieren lassen, wenn sie drinnen gehalten werden. Und falls man mit ihnen auf Reisen gehen möchte, braucht man einen Heimtier-Ausweis.

Der Iltis ist v. a. auf dem europäischen und nordamerikanischen Kontinent zuhause - ausgenommen Irland und Skandinavien. Sein Lebensraum liegt in den gemäßigten Breitengraden - lichte Wälder, Steppen, Prärie oder Grasland. In Gegenden, in denen es ausreichend Beutetiere gibt, leben verwilderte Frettchen, die einmal als Jagdtiere dorthin mitgenommen worden waren. Auf Neuseeland führte das zu einer regelrechten Plage; hier wurde es schließlich verboten, Frettchen als Haustiere zu halten.

Iltisse sind behende und sehr beweglich. Ihr Körper ist lang, ihre Gliedmaßen aber recht kurz - dadurch können sie gut durch Höhlengänge von kleineren Tieren kriechen. Im Klettern sind sie nicht so gut, dafür im Schwimmen. Ihr Fell weist verschiedene Brauntöne auf, von gelblich bis dunkel, und ist im Sommer dünner als im Winter. Ihre Schnauze ist fast weiß, um die Augen haben sie dafür dunkle Flecken, die aussehen, als hätten sie eine Maske aufgesetzt. Iltisse sind bis zu 56cm lang, dazu kommen bis zu 19cm Schwanz; sie wiegen maximal 2kg. Dabei sind Weibchen deutlich kleiner als die Männchen.

In der Natur leben Iltisse als Einzelgänger. Sie werden mit der Abenddämmerung munter und gehen dann auf Beutejagd nach kleinen Nagetieren, Vögeln, Fröschen, Kröten, aber auch Fischen und Eiern; gelegentlich gibt es dazu etwas Obst. Da Iltisse einen sehr kurzen Darm haben, müssen sie ca. alle 3 Stunden Nahrung zu sich nehmen; manchmal legen sie sich daher einen kleinen Vorrat an. 
 
Tagsüber suchen sie sich ein stilles Plätzchen oder graben einen Bau und schlafen. Iltisse bzw. Frettchen sind richtige Langschläfer - mit bis zu 18 Stunden verschlafen sie fast den ganzen Tag.

Iltisse werden auch Frettchen genannt

Iltisse Marie und Maxi im Wildpark Westerwald
Die Gackenbacher Frettchen spielen Verstecken
Iltisse auf Futter-Suche im Wildpark
Das Iltis-Häuschen im Wildpark Westerwald
Die Gackenbacher Frettchen
Nachwuchs bei Familie Iltis im Wildpark

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Unsere anderen Wildparktiere (alphabetisch sortiert):
Alpakas, Bergziegen, Bienen, Braunbären, Damwild, Esel, Goldfasane, Hühner, Kaninchen, Muffelwild, Pommerngänse, Rotwild, Schnee-Eule, Sikawild, Tauben, Vierhornschafe, Waschbären, Wildschweine, Wisente

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